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  • Tag der bayerischen Militär-Tradition

    Tag der bayerischen Militär-Tradition

    Am 16.09.2026 wurde zum vierten Mal der Tag der bayerischen Militär-Tradition begangen. Chef der Veranstaltung ist der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien Dr. Florian Hermann. Der Tag stand unter dem Motto „Die Reserve stärken“.

    Der Moderator OTL d. Reserve Michael Kaiser

    Der Landesverband war durch den Landes-Kommandanten Oberst d. LW Jürgen Völkl, die Fahnenabordnung für die Landesfahne der Hist. Fürstbischöfl. Bambergische Schützen- u. Artillerie-Compagnie zu Cronach (1760), den stellvertretenden Landes-Kommandanten, Karl Lendner mit Begleiter sowie den Berichterstatter vertreten.

    Moderiert wurde die Veranstaltung von unserem hochgeschätzten Ehrenmitglied, Oberstleutnant der Reserve Michael Kaiser.

    Die Landesfahne

    Begonnen wurde der Tag mit einem ökumenischen Feldgottesdienst in der Eingangshalle des neuen Schlosses Schleißheim. Zelebranten waren der evangelische Militärdekan Jochen Bernhardt, Neubiberg und der katholischen Militärdekan Jürgen Andreas Eckert, München, der in seiner Predigte mahnte die Diskussion der Werte ergebnisoffen anzugehen und zu führen, auf die sich die verändernde Gesellschaft verständigen kann und muss. Dabei warnte er auch vor einer falschen Toleranz, die neue Gruppen einfordern. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr.

    Anschließend wurden Kränze u.a. im Namen der Bayerischen Staatsregierung, der Bundeswehr und der Arbeitsgemeinschaft der Reservisten-, Soldaten- und Traditionsverbände niedergelegt, um der gefallenen und verwundeten Soldatinnen und Soldaten zu gedenken. Auch das Haus Wittelsbach gedachte durch unseren Schirmherrn, Seine Königliche Hoheit Prinz Wolfgang, den Soldaten des Leib-Regiments.

    Die Kranzniederlegung endete mit dem Lied vom Guten Kameraden.

    Anschließend begab man sich in den großen Saal im 1. Obergeschoss, wo der Tag der bayerischen Militär-Tradition seinen Fortgang nahm.

    Feldgottesdienst in Schloss Schleißheim
    Feldgottesdienst in Schloss Schleißheim
    Grußwort von Dr. Florian Hermann
    Grußwort von Dr. Florian Hermann
    (Autor unbekannt, Quelle: https://www.bayern.de/wp-content/uploads/2026/09/20260916_1530_22-1024×768.jpeg)

    In seiner Eröffnungsrede sagte Dr. Florian Hermann:
    „Tradition bedeutet, Geschichte und Erinnerung wachzuhalten und zugleich Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen. Deutschland und Europa müssen verteidigungsfähig sein. Dafür brauchen wir eine starke Bundeswehr und eine starke Reserve. Der neue Wehrdienst ist ein wichtiger Schritt. Bayern ist Bundeswehrland und Defense Tech Standort Nr. 1.
    Wir unterstützen den Aufwuchs der Bundeswehr, beschleunigen militärische Bauprojekte und stärken Forschung, Hightech und die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Mit unseren Gesetzen zur Förderung der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie haben wir dafür die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt. Bayern zeigt Flagge für unsere Bundeswehr, unsere Reserve und unsere Traditionsverbände! Danke für ihren Dienst und ihren Einsatz für Frieden, Freiheit und Sicherheit!“
    Quelle: https://www.instagram.com/p/DdWxuYBsQzj/

    Die Festrede wurde von Frau Dr. Jana Puglierin gehalten, Leiterin des Think-Tanks European Council on Foreign Relations (ECFR) in Berlin.

    Sie erläuterte die veränderte Bedrohungslage seit Februar 2022 mit der Invasion der Ukraine durch russische Truppen. Auch die Haltung des jetzigen Präsidenten der USA zur Nato verändert die sicherheitspolitische Lage, auch wenn eine Umorientierung der US Außenpolitik schon mit Barack Obama begonnen hat. Dabei festzustellen ist, dass auf der militärischen Ebene die Verbindung zu den europäischen Nato-Partnern enger denn je ist.

    Wichig ist, dass sich die Gesellschaft auf die ernste Lage einstellt, was auch von der Politik vorangetrieben werden muss. Die Einstellung, der Mindset, muss sich ändern, denn unser Denken und unser Grundgesetz kennen nur Frieden oder Verteidigungsfall. Ganz anders ist das Denken in Russland, dort ist Krieg in vielen Facetten denkbar und handhabbar, durch Drohungen, Desinformationkampagnen, die sogenannte hybride Kriegsführung, also Angriffe auf lebensnotwendige Infrastruktur, Hackerangriffe, Provokationen durch Drohnenüberflüge etc.

    Die deutsche Gesellschaft muss sich der Ziele Putins bewusster werden, die er ja ganz öffentlich bekanntgibt, und auch der falschen Begründungen, die er für seine Aggression gegen Europa und besonders Deutschland anführt.

    Das Ziel muss mehr Resilienz sein.

    Die Festrednerin
    Frau Dr. Jana Puglierin hält die Festrede
    Podiumsdiskussion
    Podiumsdiskussion zumThema „Die Reserve stärken“

    Es folgte eine Podiums-Diskussion zum Thema „die Reserve stärken“ in der verschiedene Aspekte beleuchtet wurden.

    Generalleutnant Harald Gante (Kommandeur Feldheer) freute sich, dass die Regierung begonnen hat, die Vernachlässigung der Bundeswehr wieder gut zu machen, was natürlich teuer und zeitaufwendig ist. Erfreulich ist, dass nun auch die Reserve mit neuer Ausrüstung, Waffen und eigenen Fahrzeugen ausgestattet wird, um ihren Auftrag erfüllen zu können. Und er stellte auch fest, dass sich immer mehr junge Menschen für den Beruf des Soldaten entscheiden, seit dem die Bedrohung als solche wahr und ernst genommen wird.

    Prof. Dr. Frank Walthes (Vorstandsvorsitzender der Versicherungskammer Bayern) betonte, dass für die Privatwirtschaft nur eine Friedensordnung in Frage kommt, damit sie planen und ihre Aufgaben erfüllen kann. Gleichzeitig muss sie sich vor den Angriffen schützen, die häufig mit Russland verbunden sind.
    Einen Beitrag zu mehr Resilienz kann die Privatwirtschaft leisten, indem sie Reservisten für Übungen und Lehrgänge freistellt und sieht, dass sich ihre Mitarbeiter dort weitere Kompetenzen erarbeiten, z.B. Stress aushalten. Sie kann aber auch mithelfen, mit einem Tag der Uniform oder der Ehrenamtler, so dass das Engagement geehrt wird. Diesen Weg hat die Versicherungskammer Bayern beschritten.

    MdB Bastian Ernst (Präsident des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.) freut sich, dass die Reservisten mehr eingebunden werden sollen und dass sich auch in der Verwaltung des Personals die Dinge bessern.

    Frau Dr. Jana Puglierin wies auf die Modelle von Reservisten in Finnland, in der Schweiz und in Israel hin, wo die Reserve selbstverständlicher Teil der Gesellschaft ist. Ein kleiner Weg zu mehr Resilienz der Gesellschaft kann mit Finnland aufgewiesen werden, wo es in den Schulen ein Schulfach gibt „Umgang mit Katastrophen“, wenn gezeigt wird, wie man sich beispielsweise bei Stromausfall verhalten sollte.

    Beim anschließenden Empfang der Staatsregierung wurden die Teilnehmer mit herrlichen Speisen und guten Getränken verwöhnt, und es gab Gelegenheit, sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen.